Yoga zur Stressbewältigung: Auswege aus der Ängstlichkeit zur Selbstkontrolle

Yoga zur Stressbewältigung: Auswege aus der Ängstlichkeit zur Selbstkontrolle

Das Sanskrit-Wort „Yoga” bedeutet “beitretten, zusammenbringen”. Diese tausendjährige in India vor ungefähr 4000 Jahren geborene Tradition bedeutet nicht nur körperliche Aktivität, sondern vielmehr eine ganze Lebensphilosophie. Das Ziel von Yoga in Kombination mit den “Asanas” (den Körperstellungen) ist die Harmonisierung der Körperarbeit, der Atmung und des Geistes, was uns erlaubt auf den jetzigen Moment fokussiert zu bleiben. Auch wenn Yoga öfter in Form von Übungen praktiziert wird, so ist es in erster Linie ein Zustand des Wellness, dessen Ziel ist die körperliche Gesundheit, so wie der Schnittpunkt zwischen Geist und Körper zu erreichen.

Unser Alltag ist von Sorgen und Stress geprägt – das sind einige der häufigsten Affektionen heuzutage. Bei einem nicht trainierten Körper sind die Stresssymptome deutlicher erkennbar und anhaltend: Kurzatmigkeit, innere Beunruhigungszustände, verspannte Muskeln, was sich in einen permanenten physischen und mentalen Schmerz transformieren ließe. Und wenn diese Zustände andaurnd sind, können sie bei Erschöpfung der Energieressourcen unseren Körper stark beeinflussen, sogar auch Depressionen zur Folge haben.

Das zunehmende Interesse an Yoga in den letzten Jahrzehnten wird im Zusammenhang mit seiner wohltuenden Wirkung auf die Stresskontrolle gebracht. Yoga gibt uns die Möglichkeit “Zeit für uns selbst zu finden” in einer ständig sappende Gesellschaft und bei äußerst fragmentiertem Lebensrhythmus, die jederzeit von uns verlangen in externer Verbindung zu ganz verschiedenen Ereignissen zu bleiben. Yoga ermöglicht uns einen Rückkehr zu der simplen Existenz, wo wir die Welt rund um uns herum betrachten können und gleichzeiting über ihren Einfluss auf uns bewusst zu bleiben. Diese Yoga-Intelligenz beruht auf einem ganzheitlichen Ansatz, der Körper, Atmung und Geist gleichzeitig integriert. Yoga-Körperstellungen (“Asanas”) sind eine Reihefolge von Bewegungen, deren Ziel ist die Flexibilität und die Kraft zu erhöhen. Während der Ausübung der Asanas bleibt die Atmung kontroliert und vertieft sich bei jeder Bewegung, was zu neuen Stufen des Körperbewusstseins und zu geistiger Ruhe führt. Diese Verbindung oder “Union” zwischen Körper und Geist ist was uns letztendlich zu einem mehr auf den jetzigen Moment besonnenen Zustand des Körperbewusstseins bringt.

Eine kurze tägliche Yoga-routine ist für jeden zugänglich und kann uns helfen die Atmung zu regulieren und den Körper mit einem gesamten Herabsetzen der muskulären Spannung zu relaxieren, während das Gehirn und das endokrine Nervensystem mit frischem sauerstoffreichen Blut versorgt werden, was wiederum das Gefühl von Wohlbefinden erhöht. Mit der Reduzierung des empfundenen Stresses durch Senkung des Blutdrucks, Verringerung der Herzfrequenz und Erleichterung der Atmung wirkt Yoga auf tieferen Ebenen (wie die Modulation der Stressantwort-Systeme). Die reguläre Ausübung von Yoga als präventive Maßnahme reduziert die Entzündungsantwort des Immunsystems und erhöht die Herzfrequenzvariabilität, was Indikatoren einer effectiven körperlichen Fähigkeit für mehr flexible Stressbewältigung sind.
 
Einfache Yoga-Übungen (wie “der Sonnengruß”) unterstützen eine rhythmische Lungenfunktion, insofern solche Übungen unbedingt eine Synchronität zwischen Grundkörperhaltungen und Atmung benötigen. Das Lernen uns einfach auf den Klang des Atmens zu konzentrieren, während wir gleichmäßig in- und ausatmen, und loker einen besonnenen Körpereinsatz dabei zu integrieren, könnte uns bei der sanften aber effectiven Umschaltung unserer Aufmerksamkeit von Unruhe- zu Entspannungsgefühle behilflich sein.
 
In Ergänzung zu den regulären Asana- und Atmungsübungen ist Meditation auch ein wichtiger Teil des Yoga; sogar nur einige Minuten Meditation am Tag könnten einen großen Unterschied machen. Das Training des Geistes sich auf die Stille und Ruhe zu fokussieren und die Wiederherstellung der Atmung lehren uns den Geist bewusst beruhigen zu können, wann immer wir uns überfordert fühlen. Es benötigt emotionale und geistige Kraft die Verbindung mit uns selbst wiederherzustellen und die Muster unserer Reaktionen auf personale Konflikte, Sorgen, Hoffnungen und Ängste aus einem anderen Blickwinkel verstehen zu lernen. Das ist eigentlich die wesentliche und wahre Lehre des Yoga; und das ist sehr weit davon entfernt nur einen flexiblen Körper zu haben, was vielmehr ein vorteilhafter Nebeneffekt ist. Im Wesentlichen geht es beim Yoga darum, in Verbindung mit unseren inneren Ressourcen zu tretten, und mit mehr Selbstbewusstsein, ohne unerwünschte Umstände, alltäglichen Stress und Sorgen nach einem volleren, glücklicheren Leben gezielt zu streben.

Foto: © ninelutsk / Fotolia.com

Next Post »

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.